Die Großdemonstration gegen die Haushaltsplanung der Bundesregierung fand großen Zuspruch. Unter den 30.000 Teilnehmern mit 10.000 Fahrzeugen, war auch das Landvolk Weserbergland mit ca. 100 Personen vertreten.

Ohne uns kein Essen!

Der Präsident des deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied wiederholte bei der Begrüßung seine Forderung: „Nehmen Sie die Vorschläge zurück" und sagte, dass bei Hunderten von Veranstaltungen gezeigt wurde, dass der Bauerstand für seine Interessen lebt und auch für die Versorgung von heimischen Lebensmitteln eintritt. Denn: „Ohne uns kein Essen!".

Schulterschluss mit dem Bundesverband für Güterkraftverkehr

Als nächster sprach Professor Dirk Engelhart, der Sprecher für den Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung e.V. ist. Er erklärte sich solidarisch und an der Seite der Landwirtschaft. Außerdem sprach er über die Wichtigkeit der Branche, denn 80% der Güter werden mit dem Lkw transportiert. Unter anderem drohte er auch damit, dass die Demos weitergehen würden und die Lkw auch wiederkommen würden, wenn die Beschlüsse für die Transportbranche nicht zurück genommen werden.

Danach hielt Claus Hochrein, Sprecher von LsV, seine Rede. Er forderte die Landwirte auf, sich an den Händen zu nehmen und ein Zeichen zu setzen. Unter Anderem nahm er Bezug auf den Ausbau der Kanzleramtes für eine Milliarde Euro – dieses würde in keinem Verhältnis zur Landwirtschaft stehen.

Vier Prozent Stilllegung

Theresa Schmidt, die Vorsitzende der deutschen Landjugend, zeigte Lindner auf der Bühne die gelbe Karte und drohte ihm mit der roten Karte, falls er die gewünschten Forderungen nicht beachte. Zudem sagte Sie: „Wenn es so weiter geht mit der FDP, dann geht es ihr wie dem Ackerbau, nämlich mit 4% wird dann stillgelegt.".

Als der Bundesfinanzminister Christian Lindner auf die Bühne kam, wurde die Menge laut. Es ertönten laute Pfiffe, Hupen und Rufe mit: „Hau ab" oder „Lügner". Lindner brüllte gegen die Masse an. Er versuchte, den Unmut der Landwirte auf die Klimakleber zu lenken und versichert, er habe Verständnis für die Landwirte, die friedlich demonstrierten. Er sagt: „Ich höre sie!“, dazu rief er: „Ihr Protest ist legitim und friedlich!“. Der Finanzminister nahm unter Anderem Bezug auf den Schuldenhaushalt und erklärte, dass Deutschland zurzeit jedes Jahr 44 Milliarden Euro an Zinsen zahlen müsse. Grund dafür seien die Ausgaben wegen der Corona-Pandemie und auch wegen des Ukrainekrieges. Das Land müsse in die Sicherheit investieren. Er könne aber den Protest der Landwirte verstehen. Sie seien ja nicht nur wegen des Agrardiesels vor Ort, sondern weil sich über Jahre etwas aufgestaut habe. Dazu erklärte er, dass die Politik mit dem vorhandenen Geld auskommen müsse und es fair zugehen muss. Dabei müssten alle einen Beitrag leisten. Er machte das Angebot, mit den Landwirten darüber zu sprechen, was passiert, wenn die Förderung für den Agrardiesel endgültig auslaufe. Versprechungen, die Kürzungen beim Agrardiesel zurückzunehmen, machte er nicht. Aus seiner Sicht gehe es darum, die Bürokratie abzubauen. Bei der Steuer müsste berücksichtigt werden, dass Landwirte sehr unterschiedliche Einkommenssituationen hätten – auch abhängig vom Wetter.

Danach sprachen noch weitere Redner, wie die DEHOGA, welche 10% Versteuerung für alle fordere und der Präsident des deutschen Jagdverbandes. 

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